Soziale Sicherheit

Unter dem Be­­griff «So­­zi­a­le Si­cher­heit» sind alle Mass­­nah­­men ge­­meint, die Kul­tur­­schaf­­fen­­de vor so­­zi­a­len und fi­nan­­zi­el­len Ri­­si­ken schüt­­zen, z.B. Al­ter­s­vor­­­sor­­ge, Er­werbs­aus­fall­ent­schä­­di­­gung, Fa­­mi­­li­en­­zu­la­­gen, Krank­heit und Un­­fall.

Es gibt viele ver­­­schie­­de­­ne In­­i­tia­ti­­ven und Grun­d­la­­gen zum Thema So­­zi­a­le Si­cher­heit. Wir be­­gin­­nen mit wis­­sen­­schaft­­li­chen Grun­d­la­­gen als Ori­en­tie­rungs­­hil­­fe und grei­­fen auf die Stu­­­die der Kul­tur­­­be­auf­­­trag­ten-Kon­­­fe­renz KBK Ost zu­rück. Denn kul­tur­­­po­­­li­tisch hat die Stu­­­die der Kul­tur­­­be­auf­­­trag­ten-Kon­­­fe­renz KBK Ost aus dem Jahr 2022 zur Ent­wick­­­lung der Sa­lä­­­re von Kul­tur­­­schaf­­­fen­­­den ei­­­ni­­­ges aus­­­­­ge­­­löst. Sie schuf die Da­ten­la­­­ge für eine se­ri­ö­­se De­­­bat­te über die Ein­­­kom­­­mens­­­si­tua­ti­on von Kul­tur­­­schaf­­­fen­­­den. Kon­­­kre­te Han­d­­­lungs­­­emp­­­feh­­­lun­­­gen rich­ten sich an die Kul­tur­­­för­­­de­rung, die Po­­­li­tik, die Aus­­­­­bil­­­dungs­­­­­stät­ten, die Bran­chen­­­ver­­­­­bän­­­de sowie die Kul­tur­­­schaf­­­fen­­­den selbst. Ei­­­ni­­­ge Han­d­­­lungs­­­emp­­­feh­­­lun­­­gen ent­fa­l­ten be­reits ihre Wir­­­kung.

Zum Bei­spiel Anna

Eine der über 300'000 Per­so­nen (ge­mäss der zi­tier­ten Kul­tur­wirt­schafts­s­ta­tis­tik) ist Anna, 26­jäh­rig, wohn­haft in der Ost­schweiz und un­ter­wegs zum und im Be­rufs­all­tag als pro­fes­si­o­nel­le Kul­tur­schaf­fen­de. Im nach­ste­hen­den Guide be­glei­ten wir Anna mit zehn Fra­gen und Ant­wor­ten durch den Kul­turd­schun­gel.

Bin ich frei­schaf­fend? Selb­stän­dig? Oder was?

Fragt je­mand Anna nach ihrem Beruf, ist ihre Ant­wort rasch zur Stel­le: Künst­le­rin. Das war al­ler­dings nicht immer so – die Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Beruf muss­te sich Anna erst­mal er­a­r­bei­ten. Auch weil sie sich die ste­reo­ty­pen Ein­wän­de da­ge­gen bis zur Ge­nü­ge an­hö­ren muss­te: Lern doch lie­ber öppis aas­tän­digs … Kunst ist ein Hobby, aber doch kein or­dent­li­cher Beruf … Kunst ist nice to have, aber brauchts das wirk­lich? … Von Kunst kann nie­mand leben … Diese kri­ti­schen Äus­se­run­gen kann Anna in­zwi­schen an sich ab­pral­len las­sen, weil sie weiss: Künst­le­rin, das ist mein Beruf, das will ich sein, das kann ich!

Auf die nächs­te Frage – «Bist du frei­schaf­fend?» – folgt dann aber schon ein leich­tes Sto­cken. Tat­säch­lich müs­sen viele Kul­tur­schaf­fen­de erst­mal für sich sel­ber klä­ren, was für einen be­ruf­li­chen Sta­tus sie haben. Dabei sind Misch­for­men – teils selb­stän­di­g­er­wer­bend, teils an­ge­stellt oder im Man­dats­ver­hält­nis etc. – ge­ra­de in der Kul­tur­wirt­schaft häu­fig und auch le­gi­tim. Je nach Er­werbs- und Un­ter­neh­mens­form steht man ge­gen­über Ar­beit- oder Auf­trag­ge­bern und ge­gen­über den AHV- und Steu­er-Be­hör­den un­ter­schied­lich da.

Einen de­tail­lier­ten Ein­blick in die ganze The­ma­tik gibt der Leit­fa­den von ar­tists take ac­tion

Du bist sel­ber auf dem Sprung in die Selbst­stän­dig­keit, aber weisst nicht genau, was das be­deu­tet und ach­ten soll­test? Dann lohnt sich einen Blick in den Leit­fa­den von Dan­se­Suis­se (Tanz­ver­band) an­zu­for­dern: Leit­fa­den

Was ist meine Ar­beit wert?

Was ist ein an­ge­mes­se­nes Ho­no­rar? Wor­auf muss ich bei einem An­stel­lungs­ver­trag ach­ten? Die Ant­wor­ten fal­len in der Kul­tur je nach Bran­che, Tä­tig­keit, Aus­bil­dung, Alter oder Markt­la­ge sehr un­ter­schied­lich aus. Und die Ge­fahr be­steht, Äpfel und Bir­nen zu ver­glei­chen. Anna will es trotz­dem wis­sen – auch und ge­ra­de weil das Reden über Geld noch immer eine der Haupt-Ta­bu­zo­nen im ge­sell­schaft­lich-öko­no­mi­schen Mit­ein­an­der ist.

Ein kur­z­er Blick auf die Ho­no­rar­richt­li­ni­en der Bran­chen­ver­bän­de

Als Au­to­rin oder Autor kann ich für eine Le­sung von über 30 Mi­nu­ten ein Ho­no­rar von 600 bis 800 Fran­ken gel­tend ma­chen (der erste Be­trag «un­er­läss­lich», der zwei­te «an­ge­mes­sen» - ge­mäss den Ho­no­rar­richt­li­ni­en des a-d-s). Über­set­ze­rin­nen von Pro­sa­tex­ten kön­nen pro Norm­sei­te 80 bis 110 Fran­ken in Rech­nung stel­len. Mo­de­ra­ti­o­nen sind 800 Fran­ken wert, die Teil­nah­me an Po­di­ums­dis­kus­si­o­nen 400, Schreib­work­shops 1000 Fran­ken pro Halb­tag. Wird mein Buch ver­kauft, habe ich An­spruch auf 8 Pro­zent Tan­ti­e­me pro Ex­em­plar. Ob ich diese Be­trä­ge tat­säch­lich ein­for­dern kann, hängt je­doch von di­ver­sen Fak­to­ren ab, in ers­ter Linie von der Fi­nanz­kraft des Ver­an­stal­ters und mei­nem Re­nom­mee als Au­to­rin.

https://www.a-d-s.ch/wis­sens­wer­tes/ho­no­rar­emp­feh­lun­gen/

Für Kul­tur­ver­mitt­ler:innen ist ein Stun­de­n­an­satz von 60 bis 100 Fran­ken üb­lich, in­klu­si­ve Vor­be­rei­tungs­zeit kann man das An­dert­halb­fa­che des Be­trags in Rech­nung stel­len. Auch hier gilt: Die Schwan­kun­gen sind gross je nach Er­fah­rung der Per­son und Fi­nanz­kraft der In­sti­tu­ti­on.

https://www.kul­tur-ver­mitt­lung.ch/in­for­ma­ti­o­nen/ar­beits­be­din­gun­gen

Für Büh­nen­künst­ler:innen der frei­en Szene gilt ein Ta­ges­an­satz für Pro­ben von rund 300 Fran­ken oder 450 bis 550 Fran­ken pro Auf­füh­rung. Bei Film­pro­duk­ti­o­nen be­trägt die Ta­ges­ga­ge eines er­fah­re­nen Schau­spie­lers 1950 Fran­ken brut­to (Szene Schweiz, t-punkt etc.).

https://www.dan­se­suis­se.ch/de/tools/richt­ga­gen

https://sze­ne­schweiz.ch/gagen-ver­trae­ge/min­dest­ga­gen/

https://www.tpunkt.ch/richt­loeh­ne

In der Pop-Rock-Musik ste­hen die Ta­rif­richt­li­ni­en noch aus. Sie müss­ten ge­gen­über den heute gel­ten­den An­sät­zen (grob ge­sagt: 300 Fran­ken pro Auf­tritt, vie­ler­orts aber auch we­ni­ger) ent­schei­dend er­höht wer­den, was die Ver­an­stal­ter:innen in die Bre­douil­le bringt. Und die Kul­tur­för­der­stel­len her­aus­for­dert – mehr dazu unter Punkt 3.

www.son­art.ch

In der Klas­sik legen die Be­rufs­ver­bän­de die Ri­chtho­no­ra­re fest, in der Regel dif­fe­ren­ziert nach Profi- und Lai­en­be­reich und na­tür­lich nach dem Aus­bil­dungs­ni­veau. Als Di­ri­gen­tin eines Lai­en­chors, sel­ber Profi und mit Mas­ter­ab­schluss in Chor­lei­tung, kann ich z.B rund 350 Fran­ken Ho­no­rar für eine zwei­stün­di­ge Probe (in­klu­si­ve Vor- und Nach­be­rei­tung) gel­tend ma­chen. Or­ches­ter­mu­si­ker:innen in der frei­en Szene ver­die­nen zB. 190 Fran­ken für einen drei­stün­di­gen Dienst, Kon­zer­te sind in der Regel höher ho­no­riert als Pro­ben – dies zu­min­dest geben die Ho­no­rar­richt­li­ni­en vor.

https://smv.ch/de/ser­vices/cal­cu­la­tor/

Bil­den­de Künst­ler:innen be­we­gen sich in einem viel­ge­stal­ti­gen Be­rufs­feld, zwi­schen Ar­beit im Ate­li­er, Ausstel­lun­gen, Ein­ga­ben für Werk­bei­trä­ge, Kunst am Bau-Pro­jek­te etc. Der Be­rufs­ver­band vis­ar­te in­for­miert aus­führ­lich über Ho­no­rar­richt­li­ni­en und hat dazu auch einen Ho­no­rar­rech­ner ent­wi­ckelt. https://vis­ar­te.ch/de/dienst­leis­tun­gen/kuenst­ler­ho­no­ra­re/

Alle De­tails zum Thema und zahl­rei­che wei­te­re Links zu Bran­chen­ver­bän­den von Ani­ma­ti­ons­film bis Zir­kus fin­det man bei Suisse cul­ture:
https://www.suiss­e­cul­ture.ch/kul­tur­po­li­tik/kuenst­le­rin­nen­ho­no­ra­re/

Ho­no­rar­richt­li­ni­en – schön und gut, aber kann ich mich dar­auf be­ru­fen?

Grund­sätz­lich lau­tet die Ant­wort: Ja, auf jeden Fall. Das ist nicht nur für Anna per­sön­lich, son­dern auch kul­tur­po­li­tisch wich­tig – die Richt­li­ni­en der Bran­chen­ver­bän­de ver­mit­teln zwi­schen Kul­tur­schaf­fen­den und För­der­in­sti­tu­ti­o­nen und haben ihre Wir­kung nur dann, wenn sie auch ins Feld ge­führt wer­den.

Ganz so ein­fach ist es je­doch nicht. Denn:

Auf der einen Seite for­dern pro­fes­si­o­nel­le Kul­tur­schaf­fen­de und ihre Be­rufs­ver­bän­de zu recht bran­chen­kon­for­me und an­ge­mes­se­ne Ho­no­ra­re – auf der an­de­ren Seite sind die Kul­tur­bud­gets der öf­fent­li­chen Hand und von pri­va­ten Stif­tun­gen jetzt schon unter Spar­druck. Das bei­sst sich.

Das Amt für Kul­tur des Kan­tons St.Gal­len hat 2023/24 die von ihm mit Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen un­ter­stütz­ten Kul­tur­in­sti­tu­ti­o­nen be­fragt, ob und in wel­chem Mass sie die Ho­no­rar­richt­li­ni­en der Bran­chen­ver­bän­de (siehe Was ist meine Ar­beit wert?) bei ihren Ho­no­rie­run­gen tat­säch­lich ein­hal­ten.

Ein grös­se­rer Teil der In­sti­tu­ti­o­nen tut dies ge­mäss die­ser Um­fra­ge. Ein klei­ne­rer Teil er­klärt sich dazu nicht in der Lage. Für ein­zel­ne In­sti­tu­ti­o­nen be­deu­tet das Ein­hal­ten der Ri­chtho­no­ra­re, die An­zahl von Ver­an­stal­tun­gen zu re­du­zie­ren, da die Leis­tungs­ver­ein­ba­rung nicht ent­spre­chend den hö­he­ren An­for­de­run­gen an die Ho­no­rie­rung an­ge­passt wird.

AHV und ALV – dein Freund und Hel­fer?

Wer die fi­nan­zi­el­len Her­aus­for­de­run­gen im Kul­tur­be­reich rich­tig ein­ord­net, kann bes­ser vor­sor­gen und Vor­sor­ge­lü­cken ver­mei­den.

Das ist im Kul­tur­be­reich be­son­ders wich­tig – und nicht ganz ein­fach. Eine Ein­kom­mens­stu­die von Suiss­e­cul­ture So­cia­le aus dem Jahr 2021 be­sagt, dass 60 Pro­zent der Kul­tur­schaf­fen­den in der Schweiz CHF 40 000 oder we­ni­ger pro Jahr ver­die­nen, also rund CHF 3300 pro Monat. Hier­in sind alle Er­w­erb­s­ein­kom­men mit­ein­ge­rech­net: alle Ein­nah­men aus Jobs und Ne­ben­jobs im nicht­kul­tu­rel­len Sek­tor eben­so wie Ein­nah­men aus Kul­tur­för­der­bei­trä­gen usw.

Der Ein­kom­mens­durch­schnitt der er­werbs­tä­ti­gen Be­völ­ke­rung in der Schweiz ist rund dop­pelt so hoch wie jener von Kul­tur­schaf­fen­den. Ge­mäss Bun­des­amt für Sta­tis­tik liegt das durch­schnitt­li­che Er­w­erb­s­ein­kom­men bei CHF 80 000 pro Jahr (Me­di­an), also rund CHF 6700 pro Monat.

Ty­pi­scher­wei­se haben die meis­ten Kul­tur­schaf­fen­den nicht nur ein eher ge­rin­ges, son­dern auch ein un­re­gel­mäs­si­ges Er­w­erb­s­ein­kom­men. Jahre mit hohem Ver­dienst wech­seln sich ab mit Jah­ren mit nied­ri­gem Ver­dienst. Umso wich­ti­ger ist es, sich ab­zu­si­chern. Tönt ge­ra­de etwas stres­sig, fin­det Anna. Aber zum Glück gibt es Hil­fe­stel­lun­gen, zum Bei­spiel wie­der­um bei ar­tists take ac­tion.

Pen­si­ons­kas­se – was geht mich das an?

Selbst­stän­di­g­er­wer­ben­de un­ter­lie­gen nicht dem ob­li­ga­to­ri­schen Sys­tem der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge BVG. Sie kön­nen je­doch frei­wil­lig einer Pen­si­ons­kas­se bei­tre­ten und so ihre Al­ters- und Ri­si­ko­vor­sor­ge ver­bes­sern. Da die Bei­trä­ge an die be­ruf­li­che Vor­sor­ge voll­um­fäng­lich selbst zu be­zah­len sind, soll­ten diese bei der Fest­set­zung des Ho­no­rars mit­be­rück­sich­tigt wer­den. Klar: In ihrem Alter hat Anna weder Lust noch Zeit, über das Äl­ter­wer­den und über ent­spre­chen­de Ab­si­che­run­gen nach­zu­den­ken – alles noch in wei­ter Ferne. Aber es lohnt sich den­noch, die Frage jetzt, am An­fang der be­ruf­li­chen Kar­rie­re, zu stel­len. Denn spä­ter ist es mög­li­cher­wei­se zu spät – be­zie­hungs­wei­se – wird teuer.

Auch hier gibt der Leit­fa­den von ar­tists take ac­tion prak­ti­sche Aus­kunft:

https://www.ar­tists-take-ac­tion.ch/de/rat­ge­ber/das-ein­zel­un­ter­neh­men/#ch41588

Wie gehe ich mit meh­re­ren Jobs um?

Hy­bri­de Be­rufs- und Er­werbs­for­men sind im Kul­tur­be­reich nicht die Aus­nah­me, son­dern die Regel. Die Pro­ble­ma­tik hat sich in der Co­ro­na­pan­de­mie deut­lich wie nie zuvor ge­zeigt: Das gel­ten­de So­zi­a­l­ver­si­che­rungs­recht ist nicht auf sol­che wech­sel­haf­ten Be­rufs­si­tua­ti­o­nen aus­ge­rich­tet. Anna ist aber über­zeugt: Ge­ra­de diese Viel­falt und die un­ter­schied­li­chen öko­no­mi­schen und so­zi­a­len Um­fel­der ma­chen einen we­sent­li­chen Teil der At­trak­ti­vi­tät ihres künst­le­ri­schen Be­rufs aus. Aber es be­deu­tet auch, sich «mul­ti­tas­king» zu or­ga­ni­sie­ren. Anna hält es da mit dem Thur­gau­er Per­kus­sio­nis­ten Fa­bi­an Zieg­ler, der sei­nen Beruf be­zie­hungs­wei­se seine Be­ru­fe und Tä­tig­kei­ten in einem Bei­trag auf thur­gau­kul­tur so um­schrieb: Ar­beits­zeit 70-80 Stun­den/Woche, Mu­si­ker, Kom­po­nist, Ma­na­ger, Ver­kaufs­chef, Or­ga­ni­sa­tor, Kom­mu­ni­ka­ti­on, Fi­nan­zen, Per­so­nal­we­sen … Als Künst­ler:in ist man ein klei­nes KMU.

Und dann will und muss ich mich ja auch noch wei­ter­bil­den, sagt Anna…

Kin­der: Was nun?

Anna ist in Sa­chen Fa­mi­li­en­pla­nung noch nicht ent­schie­den – aber Kin­der sind auf jeden Fall ein Thema und eine Frage. Teil­zei­ten­ga­ge­ments oder (mehr oder we­ni­ger) frei ein­teil­ba­re Pen­sen, wie sie im Kul­tur­be­reich häu­fig sind, bie­ten grund­sätz­lich na­tür­lich gute Vor­aus­set­zun­gen, um Fa­mi­li­en- und Be­rufs­a­r­beit unter einen oder unter meh­re­re Hüte zu brin­gen. Al­ler­dings mit Klip­pen: Wer be­ruf­lich Pau­sen ein­legt, dem dro­hen Vor­sor­ge­lü­cken bei AHV und Pen­si­ons­kas­se. Und ein Klein­kind zu­hau­se schränkt na­tur­ge­mäss die be­ruf­li­che Fle­xi­bi­li­tät ein.

Ar­ti­kel von vis­ar­te: Stu­die Kunst­be­ruf und Fa­mi­lie

Ar­ti­kel von Thur­gau­kul­tur: Die Un­ver­ein­bar­keits­fal­le

Pro­jekt­för­de­rung: Wie be­kom­me ich Un­ter­stüt­zung?

Für viele Kunst­schaf­fen­de sind neben Fes­t­an­stel­lun­gen, Man­da­ten, Teil­zei­ten­ga­ge­ments in so­ge­nann­ten «Brot­be­ru­fen» und ähn­li­chen lohn­wirk­sa­men Tä­tig­kei­ten Pro­jekt­gel­der, Re­si­den­cies, Werk­bei­trä­ge und an­de­re punk­tu­el­le Un­ter­stüt­zun­gen ein we­sent­li­cher Teil des Be­rufs­ein­kom­mens. Kul­tur­för­der­gel­der gibt es so­wohl von der Öf­fent­li­chen Hand als auch von Pri­va­ten, ins­be­son­de­re von Stif­tun­gen. Oft ma­chen pri­va­te Stif­tun­gen eine Un­ter­stüt­zung davon ab­hän­gig, ob auch die Öf­fent­li­che Hand (na­ti­o­na­le, kan­to­na­le oder kom­mu­na­le Ämter) ein Pro­jekt för­dert. Es lohnt sich des­halb auf jeden Fall, sich über die För­der­be­din­gun­gen der Kan­to­ne und Ge­mein­den zu in­for­mie­ren. Diese fin­den sich in aller Regel auf den Web­si­tes der je­wei­li­gen Kul­tur­äm­ter. Dort (oder siehe Link unten) sind auch die Adres­sen der pri­va­ten För­der­stif­tun­gen in dei­ner Re­gi­on zu fin­den.

Annas Tipp an ihre Kol­leg:innen: In­ter­net ist gut, di­rek­ter Kon­takt ist bes­ser. Klopf am bes­ten beim Amt für Kul­tur in dei­nem Wohn­kan­ton ein­mal an und in­for­mie­re dich, wel­che För­de­rungs­mög­lich­kei­ten für dein künst­le­ri­sches An­lie­gen exis­tie­ren und wen du zu­sätz­lich kon­tak­tie­ren soll­test.

Link zu Stif­tung Schweiz


In­klu­si­on: mehr als ein Schlag­wort?

Anna ist mobil, jung, schnell, fle­xi­bel… Aber das kann zum einen än­dern – etwa nach einem Un­fall. Und über­haupt: So pri­vi­le­giert wie Anna sind nicht alle – weder unter den Kul­tur­schaf­fen­den noch im Pu­bli­kum. Des­halb haben in den letz­ten Jah­ren Stich­wor­te wie kul­tu­rel­le Teil­ha­be, Chan­cen­gleich­heit oder Kul­tur für alle zu Recht ein grös­se­res Ge­wicht er­hal­ten. Die Her­aus­for­de­run­gen sind so viel­fäl­tig wie die Men­schen. Ein wach­sen­des Netz­werk an Be­ra­tungs­stel­len und Lob­by­or­ga­ni­sa­ti­o­nen setzt sich für Fra­gen rund um die kul­tu­rel­le Teil­ha­be ein. In der Ost­schweiz sind unter an­de­rem tätig:

Ver­ein Kul­tur für alle: https://www.kul­tur­fu­er­al­le.ch/

Pro­cap Na­ti­o­nal und re­gi­o­nal: https://www.pro­cap.ch/, Pro­cap Sek­ti­on SG, Pro­cap Sek­ti­on TG

Ver­ein Lodi goo: https://lo­di­goo.ch/

Guter Rat muss nicht teuer sein. Wer hilft mir wei­ter?

Gute Rah­men­be­din­gun­gen für kul­tu­rel­les Schaf­fen sind das eine – dazu ge­hö­ren wie oben aus­ge­führt an­ge­mes­se­ne Gagen, zeit­ge­mäs­se För­der­stra­te­gi­en, ver­bes­ser­te So­zi­a­l­ver­si­che­rungs­lö­sun­gen, zudem be­zahl­ba­re Räum­lich­kei­ten etc. Einen Teil des Rah­mens schafft sich Anna aber auch sel­ber: indem sie sich ver­netzt. Mit an­de­ren Kunst­schaf­fen­den, mit Fach­leu­ten in den Ver­bän­den und in den kan­to­na­len und kom­mu­na­len För­der­stel­len. Zu­sam­me­n­a­r­beit spart Res­sour­cen und er­mög­licht Er­fah­rungs­aus­tausch.

Unter an­de­rem dafür gibt es die ig­Kul­tur Ost!

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