Sehr geehrte Damen und Herren
Mit grosser Sorge und Bestürzung nehmen wir die Informationen der Taskforce Culture zum geplanten Entlastungspaket 27 des Bundes und den damit verbundenen drastischen Kürzungen im Kulturbereich zur Kenntnis. Die fehlende Transparenz bzgl der geplanten Kürzungen lässt die davon betroffene Zivilbevölkerung, aber auch die Kulturbranche aussen vor. Eine breite gesellschaftliche Diskussion wird so verunmöglicht.
Gerade vor dem Hintergrund einer wirtschaftlich stabilen und wohlhabenden Schweiz erscheint es gefährlich kurzsichtig, dass die Kultur – nach mehreren Sparrunden und schwierigen Jahren – erneut massiv unter Druck gesetzt wird. Die geplanten Einsparungen fallen im Vergleich zu anderen Ausgaben des Bundes klein aus. Da jedoch die Kulturbranche bereits über äusserst wenig Mittel verfügt, sind diese Einsparungen verheerend.
Die Bestrebungen auf Bundesebene wirken zudem auch auf Kantonsebene weiter. Vermehrt beobachten wir, dass auch der Kanton Kultur und Bildung als flexible Budgetposten anzuschauen scheint und Gelder – je nach Stimmungs- und Finanzlage – belässt oder dann doch mit dem Rotstift dahinter geht.
Die ig Kultur Ost setzt sich für gute Rahmenbedingungen im Kulturbereich ein. Dazu gehören auch Planungssicherheit, angemessene Förderstrukturen und die Anerkennung der Kultur als zentraler Pfeiler – sowohl des gesellschaftlichen als auch des wirtschaftlichen Lebens.
Wir möchten das Bewusstsein der kantonalen und nationalen Parlamenten stärken, dass diese Kürzungen im Kultur- und Bildungsbereich – wie auch im Bereich der Presseförderung – fatal sind und die Staatsausgaben vergleichsweise gering entlasten.
Kultur ist kein Luxus, sondern ein essenzieller Bestandteil einer lebendigen, resilienten und demokratischen Gesellschaft. Sie stiftet Identität, fördert Innovation, stärkt den sozialen Zusammenhalt und trägt wesentlich zur regionalen Wertschöpfung bei.
Gerade angesichts der aktuellen globalen Herausforderungen braucht es heute vor allem eine starke, vielfältige Kultur, die kritisches Denken fördert und Räume für Dialog, Kreativität und gesellschaftliche Reflexion schafft. Eine Gesellschaft, die nicht mehr in Bildung, Soziales und Kultur investiert, riskiert den sozialen Frieden.
Die igKultur Ost unterstützt damit sämtliche Forderungen der Taskforce Culture, wie sie in ihrer Stellungnahme klar und überzeugend dargelegt sind. Wir fordern den Bund mit Nachdruck auf, die Anliegen der Kulturszene ernst zu nehmen und das Entlastungspaket 27 entsprechend zu überarbeiten.
Kultur braucht nicht weniger, sondern bessere Voraussetzungen – jetzt mehr denn je.