Kulturpolitik
05.5.25

Kultur ist systemrelevant – Taskforce Culture warnt vor Kurzsichtigkeit beim Entlastungspaket 27

Die Taskforce Culture, ein sparten- und verbandsübergreifendes Netzwerk von über 70 Schweizer Kulturverbänden und -organisationen, warnt vor Kurzsichtigkeit beim Entlastungspaket 27. Die igKultur Ost unterstützt die im Rahmen der Vernehmlassung eingebrachten Forderungen.

Sehr ge­ehr­te Damen und Her­ren

Mit gros­ser Sorge und Be­stür­zung neh­men wir die In­for­ma­ti­o­nen der Taskfor­ce Cul­ture zum ge­plan­ten Ent­las­tungs­pa­ket 27 des Bun­des und den damit ver­bun­de­nen dras­ti­schen Kür­zun­gen im Kul­tur­be­reich zur Kennt­nis. Die feh­len­de Trans­pa­renz bzgl der ge­plan­ten Kür­zun­gen lässt die davon be­trof­fe­ne Zi­vil­be­völ­ke­rung, aber auch die Kul­tur­bran­che aus­sen vor. Eine brei­te ge­sell­schaft­li­che Dis­kus­si­on wird so ver­un­mög­licht.

Ge­ra­de vor dem Hin­ter­grund einer wirt­schaft­lich sta­bi­len und wohl­ha­ben­den Schweiz er­scheint es ge­fähr­lich kurz­sich­tig, dass die Kul­tur – nach meh­re­ren Spar­run­den und schwie­ri­gen Jah­ren – er­neut mas­siv unter Druck ge­setzt wird. Die ge­plan­ten Ein­spa­run­gen fal­len im Ver­gleich zu an­de­ren Aus­ga­ben des Bun­des klein aus. Da je­doch die Kul­tur­bran­che be­reits über äus­serst wenig Mit­tel ver­fügt, sind diese Ein­spa­run­gen ver­hee­rend.

Die Be­stre­bun­gen auf Bun­des­ebe­ne wir­ken zudem auch auf Kan­ton­s­ebe­ne wei­ter. Ver­mehrt be­ob­ach­ten wir, dass auch der Kan­ton Kul­tur und Bil­dung als fle­xi­ble Bud­get­pos­ten an­zu­schau­en scheint und Gel­der – je nach Stim­mungs- und Fi­nanz­la­ge – be­lässt oder dann doch mit dem Rot­stift da­hin­ter geht.

Die ig Kul­tur Ost setzt sich für gute Rah­men­be­din­gun­gen im Kul­tur­be­reich ein. Dazu ge­hö­ren auch Pla­nungs­si­cher­heit, an­ge­mes­se­ne För­der­struk­tu­ren und die An­er­ken­nung der Kul­tur als zen­tra­ler Pfei­ler – so­wohl des ge­sell­schaft­li­chen als auch des wirt­schaft­li­chen Le­bens.

Wir möch­ten das Be­wusst­sein der kan­to­na­len und na­ti­o­na­len Pa­r­la­men­ten stär­ken, dass diese Kür­zun­gen im Kul­tur- und Bil­dungs­be­reich – wie auch im Be­reich der Pres­se­för­de­rung – fatal sind und die Staats­aus­ga­ben ver­gleichs­wei­se ge­ring ent­las­ten.

Kul­tur ist kein Luxus, son­dern ein es­sen­zi­el­ler Be­stand­teil einer le­ben­di­gen, re­si­li­en­ten und de­mo­kra­ti­schen Ge­sell­schaft. Sie stif­tet Iden­ti­tät, för­dert In­no­va­ti­on, stärkt den so­zi­a­len Zu­sam­men­halt und trägt we­sent­lich zur re­gi­o­na­len Wert­schöp­fung bei.

Ge­ra­de an­ge­sichts der ak­tu­el­len glo­ba­len Her­aus­for­de­run­gen braucht es heute vor allem eine star­ke, viel­fäl­ti­ge Kul­tur, die kri­ti­sches Den­ken för­dert und Räume für Di­a­log, Kre­a­ti­vi­tät und ge­sell­schaft­li­che Re­fle­xi­on schafft. Eine Ge­sell­schaft, die nicht mehr in Bil­dung, So­zi­a­les und Kul­tur in­ves­tiert, ris­ki­ert den so­zi­a­len Frie­den.

Die ig­Kul­tur Ost un­ter­stützt damit sämt­li­che For­de­run­gen der Taskfor­ce Cul­ture, wie sie in ihrer Stel­lung­nah­me klar und über­zeu­gend dar­ge­legt sind. Wir for­dern den Bund mit Nach­druck auf, die An­lie­gen der Kul­tur­sze­ne ernst zu neh­men und das Ent­las­tungs­pa­ket 27 ent­spre­chend zu über­a­r­bei­ten.

Kul­tur braucht nicht we­ni­ger, son­dern bes­se­re Vor­aus­set­zun­gen – jetzt mehr denn je.

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