Kulturpolitik

Stellungnahme vom 28. September 26 - Plus für das Budget, grosses Minus für die Kultur

Als Interessensvertreterin der Kultur in der Ostschweiz nimmt die igKultur Ost Stellung zu den Massnahmen des Entlastungspakets 2026. Die geplanten Kürzungen bedeuten für die Kultur, insbesondere für die Leistungsträger sowie weitere betroffene Bereiche einen erheblichen Leistungsabbau.

Diese Kür­zun­gen tref­fen eine be­reits stark ge­for­der­te Kul­tur­land­schaft - bei den Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen sind Kür­zun­gen von fast 20 Pro­zent vor­ge­se­hen. Be­son­ders ge­fähr­det sind klei­ne­re In­sti­tu­ti­o­nen, die freie Szene und Kul­tu­r­an­ge­bo­te in den Ge­mein­den. Wer­den diese Bei­trä­ge ge­kürzt, ist dies kein blos­ser ad­mi­nis­tra­ti­ver Ein­schnitt, son­dern ein sub­stan­zi­el­ler Abbau kul­tu­rel­ler Leis­tun­gen.

Po­li­ti­scher Kon­text des zwei­stu­fi­gen Spa­r­pa­kets
Die vor­ge­schla­ge­n­en Kür­zun­gen sind Teil eines zu­sätz­li­chen Mass­nah­men­pa­kets im Um­fang von ins­ge­samt 60 Mil­li­o­nen Fran­ken, wel­ches der Kan­tons­rat 2025 in­iti­iert hatte, um die Ge­sun­dung des Kan­tons­haus­hal­tes zu ge­währ­leis­ten. Die ig­Kul­tur Ost teilt hier­bei die Hal­tung des St. Gal­ler Re­gie­rungs­ra­tes, der ins­be­son­de­re die zwei­te Kür­zungs­stu­fe kri­tisch be­ur­teilt. Eine ku­mu­lier­te Bud­get­re­duk­ti­on um 4 Mil­li­o­nen lässt sich im Kul­tur­be­reich nicht mehr durch ope­ra­ti­ve Op­ti­mie­run­gen auf­fan­gen, son­dern führt zwangs­läu­fig zu einem sub­stan­zi­el­len Abbau des Kul­tu­r­an­ge­bots.

Die Aus­wir­kun­gen der Kür­zungs­wel­len (Re­duk­ti­on um 5,5 % und 14,5 %)
Die Re­duk­ti­on der ver­trag­lich zu­ge­si­cher­ten Mit­tel für Kul­tur­be­trie­be er­folgt in zwei Schrit­ten und hat weit­rei­chen­de Kon­se­quen­zen für die rund 80 be­trof­fe­nen Kul­tur­in­sti­tu­ti­o­nen wie Mu­se­en, Klein­the­a­ter, Kon­zert­lo­ka­le und Kinos:

Erste Phase 2027 (-5,5 %): Da viele In­sti­tu­ti­o­nen be­reits mit sehr schlan­ken Struk­tu­ren wirt­schaf­ten, zwingt diese erste Kür­zungs­wel­le die Be­trie­be dazu, künst­le­ri­sche Pro­duk­ti­o­nen zu strei­chen, Ko­pro­duk­ti­o­nen ab­zu­sa­gen und not­wen­di­ge In­fra­s­truk­tu­rin­ves­ti­ti­o­nen auf­zu­schie­ben. Zudem ver­schär­fen diese Ein­spa­run­gen die oh­ne­hin pre­kä­re Ein­kom­mens­si­tua­ti­on der Kul­tur­schaf­fen­den bei Ho­no­ra­ren und Gagen. In einem Sek­tor, in dem seit Jah­ren kein Teu­e­rungs­aus­gleich mehr statt­fand.

Zwei­te Phase 2028 (-14,5 %): Ein Bud­get­ab­zug in die­ser Grös­sen­ord­nung zieht einen struk­tu­rel­len Abbau nach sich. Ein sol­cher Ver­lust lässt sich nur durch die Schlies­sung gan­zer Spar­ten, den Abbau von Fach­per­so­nal sowie eine mas­si­ve Re­duk­ti­on von Spiel­plä­nen, Pro­duk­ti­o­nen und Ausstel­lun­gen sowie Ver­mitt­lungs­an­ge­bo­ten re­a­li­sie­ren.

Be­trof­fen sind alle sechs re­gi­o­na­len För­der­or­ga­ni­sa­ti­o­nen (Kul­tur St. Gal­len Plus, Kul­tur Tog­gen­burg, Kul­tur Zü­rich­seeLinth, Rhein­ta­ler Kul­tur­stif­tung, Süd­kul­tur und Thur­Kul­tur). Dies wi­der­spricht dem kan­to­na­len Ziel, die „Kul­tur vor Ort“ zu stär­ken. Die Ab­sicht, diese Lü­cken mehr­heit­lich über den Lot­te­rie­fonds auf­zu­fan­gen (Abzug aus dem or­dent­li­chen Bud­get auf nur noch 36 Pro­zent ab 2028), ver­la­gert or­dent­li­che Staats­auf­ga­ben in einen aus­ser­or­dent­li­chen Haus­halt.

Öko­no­mi­sche Re­le­vanz und Stand­ort­fak­tor
Kul­tur ist kein rei­ner Kos­ten­fak­tor, son­dern ein wich­ti­ger Stand­ort­fak­tor und Teil der re­gi­o­na­len Wirt­schaft. Kul­tur­in­sti­tu­ti­o­nen- und Kul­tur­ver­an­stal­tun­gen zie­hen Be­su­che­rin­nen und Be­su­cher an und schaf­fen damit Wert­schöp­fung, von der ins­be­son­de­re Ga­s­tro­no­mie, Tou­ris­mus und das lo­ka­le Ge­wer­be di­rekt pro­fi­tie­ren. Die vom Kan­tons­rat er­zwun­ge­nen Kür­zun­gen schwä­chen somit die At­trak­ti­vi­tät des Wohn- und Wirt­schafts­s­tand­ortes St. Gal­len im in­ter­kan­to­na­len Wett­be­werb.

Fazit

Wir leh­nen die er­neu­ten Spar­mass­nah­men im Kul­tur­be­reich klar ab. Zum wie­der­hol­ten Mal soll bei der Kul­tur ge­spart wer­den: – einem Sek­tor, der be­reits heute mit pre­kä­ren Ar­beits­be­din­gun­gen und knap­pen fi­nan­zi­el­len Res­sour­cen haus­hal­ten muss.

Diese Webseite verwendet Cookies.
Beim Besuch erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. Weitere Informationen

Newsletter

Aktuelles zur Kultur in der Ostschweiz!